Müllerhof Mittweida — ein wunderbarer Lernort mitten in Sachsen

Ein zauberhafter Lernort mitten in Sachsen

Schon seit einiger Zeit sind wir über die sozialen Netzwerke im Austausch mit dem Müllerhof e.V. in Mittweida. Hier haben sich viele kreative, sympathische, neugierige und tatkräftige Menschen zusammengefunden, um einen einmaligen außerschulischen Lernort für alle Generationen zu schaffen. Unter dem Dach eines liebevoll restaurierten und dekorierten alten Gemäuers finden Kreativkurse, Selbsthilfegruppen, Kulturveranstaltungen und vielfältige Projekte Raum. Das ist selbstbestimmte Bildung für die ganze Familie, wie auch wir sie verstehen und mögen!

Als wir vor einiger Zeit die Einladung zur Künstlerischen Sommerakademie bekamen, hat uns das sehr gefreut, und wir mussten unsere Zusage nicht lange überlegen. Schwer fiel lediglich die Auswahl zwischen all den tollen Kursangeboten: Porträt- und Landschaftsmalerei, Handlettering, Buchbinden, Steinbearbeitung, Holzschnitzen und Retro-Trend-Batik standen dieses Jahr auf dem Programm.

Unter den Teilnehmern, deren Alter etwa von 8 bis 80 Jahren reichte, und ihren Kursleitern entstand ein wunderbarer Austausch, der weit über die Inhalte der Akademie hinausging.

Wir haben uns letztlich dazu entschlossen, gemeinsam am Buchbinde-Workshop teilzunehmen. Dank der detaillierten, motivierenden und geduldigen Anleitung von Frank Niemann fiel uns das Abmessen, Falzen, Zuschneiden und Kleben gar nicht so schwer wie gedacht. Mit dem richtigen Handwerkszeug und etwas Übung entstanden ein richtiges Büchlein, ein Heft, mehrere außergewöhnliche Leporellos mit Falt- bzw. Festeinband und die Grundlage für einen Tischschmuck.

Ich blieb anschließend bei Frank Niemann und übte mich zum ersten Mal in meinem Leben freiwillig im dekorativen Schreiben. Bei Vorträgen oder Coachings würde ich gern meine Gedanken spontan so illustrieren können, dass mein Gegenüber sie auch entziffern kann. Außerdem möchte ich mich nicht mehr vor dem Schreiben von Glückwunschkarten drücken müssen.

In der Schule war Schönschreiben nämlich das rote Tuch für mich, und es hagelte regelmäßig Vieren, Lehrerschelte und besorgte Kommentare von meiner Ma. Besonders frustrierend waren meine Versuche mit der Bandzugfeder im Kunstunterricht Klasse 5.

Und nun hatte Frank am ersten Kurstag eben diese Bandzugfedern für uns vorbereitet! Wer mich kennt, weiß, dass ich Herausforderungen mag — also machte ich mich ans Werk. Freiwillig und ohne Druck klappte es! Nach einigen Erklärungen und Vorübungen gab uns Frank eine Vorlage, auf die wir Transparentpapier legen und sie abschreiben durften. So hatten wir gleich die Chance auf einen ersten Erfolg. Und siehe da, mein Ergebnis kann sich sehen lassen! Alle Buchstaben lesbar, keine Kleckse auf dem Blatt… Sogar die Strichstärken stimmen halbwegs. Nur meine Hände sahen noch genau so schwarz aus wie damals.

Am zweiten Tag hatten wir unter anderem die Aufgabe, innerhalb von mehreren Wellenlinien auf dem Papier einige Worte zum Thema Urlaub anzuordnen und zu gestalten. Zum ersten Mal in meinem Leben machte mir das Malen von Buchstaben richtig Spaß! Aus der Nähe kann man noch die zittrigen Linien erkennen, aber mein Werk als Ganzes macht Lust auf mehr!

Handlettering ist ein schönes Hobby, und es lohnt sich zu üben, vor allem, wenn einem jemand wie Frank sagt, wie es geht, und man auch wertvolles Feedback von Kursteilnehmerinnen bekommt, die schon länger dabei sind!
Frank Niemann hat übrigens auch eine sehr informative Website.

Svenka hat ihre Entscheidung für Batik ebenfalls nicht bereut. Von der engagierten Kursleiterin, der Chemnitzer Textildesignerin Simone Michel, konnte sie insgesamt drei Techniken erlernen und ausprobieren. Ein paar einmalig gefärbte Oberteile sind so entstanden!

Am letzten Tag der Akademie konnten wir auf einem Rundgang die Werke aus den anderen Kursen bewundern. Ich hätte am liebsten eine Woche Verlängerung beantragt, um die restlichen fünf Angebote ausprobieren zu können.

Auch die freundlichen Damen in der Küche trugen mit kühlen Getränken, Kaffee und einem einfachen, aber leckeren Mittagessen zum Erfolg der Akademie bei. Schön, dass wir so unsere Gespräche auch in der Pause fortsetzen konnten. Last but not least danken wir Heike und allen MitstreiterInnen vom Orga-Team!

Auf dem Müllerhof ist uns in jedem Raum, in jedem Winkel die pure Lebensfreude und Kreativität begegnet. Viel Engagement braucht es, um so einen wunderbaren Ort zu erschaffen und am Leben zu erhalten. Wir sind sehr dankbar für dieses inspirierende Ferienerlebnis, wünschen allen Beteiligten weiterhin gutes Gelingen und freuen uns auf ein Wiedersehen!

Wenn dich dieser Bericht neugierig gemacht hat, dann schau gern auf der Website vom Müllerhof vorbei und informiere dich, was es dort noch alles gibt. Mittweida ist eine Reise wert! Vielleicht sehen wir uns beim nächsten Mal?