Hochbegabung

Langeweile und Unterforderung im Unterricht

Langeweile im Unterricht und Begabtenförderung à la DDR

In diesem Artikel möchte ich mit dir meine eigenen Erfahrungen mit Unterforderung und Langeweile in der Schule teilen. Schon früh musste ich Strategien finden, damit umzugehen und meinem Schulbesuch einen Sinn zu geben.

Später erhielt ich zunehmend Unterstützung von Lehrkräften, die mein Potenzial und meine Bedürfnisse sahen und mir erlaubten, mich innerhalb der Schulgemeinschaft zu engagieren. So wurde nebenbei auch verhindert, dass ich auf Grund meiner Andersartigkeit gemobbt wurde.

Meine Schulzeit war von 1974 bis 1986 in der DDR. Im Rückblick ist mir klar, warum meine Eltern nie zu Elternabenden gingen. Telefon und Internet gab es damals noch nicht. Die Beschwerden der Lehrer über mein dauerndes Schwatzen und meine Unlust im Unterricht kamen trotzdem an, denn der Mann meiner Klassenlehrerin war Arbeitskollege meines Vaters. Vieles erledigte man damals “auf dem kleinen Dienstweg”.

Wie alle Kinder kam ich erwartungsfroh in die Schule, freute mich darauf, Neues erleben, erfahren und entdecken zu dürfen, aber vom ersten Tag fühlte ich mich unverstanden. Wenn sich andere Kinder freuten, einen neuen Buchstaben kennenzulernen, konnte ich das gar nicht nachvollziehen. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt schon keine Erinnerung mehr daran, wie ich lesen gelernt hatte. Ja, ich war sogar sehr verwundert, dass man das überhaupt lernen musste. Was war nur falsch an mir?

Zunächst meldete ich mich eifrig und wollte mein Wissen teilen, doch dauernd musste ich warten und wurde vertröstet, bis ich immer stiller wurde und auch nichts mehr fragte.

Irgendwann wurde ich Meisterin im Wegträumen. Während der Monologe der Lehrerin oder in der Stillarbeit dachte ich mir Geschichten aus. Trotzdem bekam ich mit, wann ich meine Antennen wieder auf den Unterricht richten musste. Das ist eine wertvolle Fähigkeit, und man kann es lernen. So konnte ich immer das Geforderte abliefern und bekam nicht zu viel negative Aufmerksamkeit.

In der Grundschule war das für mich die einzige Chance, vor Langeweile nicht verrückt zu werden, denn dort werden Kinder sehr engmaschig beobachtet und reglementiert.

Zum Glück gibt es heutzutage mehr Freiarbeit und Montessori-Methoden als früher und weniger Frontalunterricht. Die vielen Wiederholungen sind aber nach wie vor eine Tortur für clevere Kinder.

Ab Klasse 5 konnte ich im Unterricht unter der Bank lesen oder meine Geschichten und fixen Ideen in ein Heft schreiben. Meine Hausaufgaben machte ich immer gleich in der Schule. Auch meine Häkelsachen hatte ich oft dabei. Meistens wurde es toleriert, denn ich konnte ja auf Fragen antworten und bei Klassenarbeiten meine Leistung abliefern.

Zum Glück beschäftigten sich auch meine Mitschüler zunehmend anderweitig im Unterricht, Briefchen schreiben und kleine Streiche waren in unserer Klasse mehr die Regel als die Ausnahme, und ich nahm die gute Stimmung dankbar an. Nebenbei halfen wir uns gegenseitig bei den Aufgaben. Die Lehrer gingen damit recht entspannt um, solange der Unterricht ansonsten lief.

Etwa ab Klasse 6 durfte ich bei manchen Fachlehrern komplette Unterrichtsstunden allein gestalten, was mir große Freude gemacht hat und bei meinen Klassenkameraden sehr gut ankam. Ich durfte im Unterricht anderen Schülern gezielt helfen und wurde ab Klasse 8 sogar als Vertretungslehrerin und Leiterin mehrerer AGs eingesetzt. Die Vorbereitungen dafür durfte ich in der Unterrichtszeit machen.

Öfter wurde ich auch an Schultagen zu Wettbewerben geschickt oder erledigte Wege für meine Lehrer. Sie liehen mir auch regelmäßig ihre besten Bücher aus und teilten Material von Fortbildungen mit mir.

Bei Veranstaltungen durfte ich mit organisieren, moderieren und beim Karneval in die Bütt steigen.

Damals hatte noch nie jemand das Wort “Hochbegabung” gehört, aber besonders die sogenannten Neulehrer, Arbeiter, die nach 1945 im Osten Deutschlands im Schnellverfahren zu Lehrern gemacht wurden und sich ein Leben lang fortbildeten, wussten durch ihre Lebenserfahrung, was ich brauchte. Und davon profitierte unsere ganze Klasse. Ich war zwar dadurch Außenseiterin, wurde bewundert und belächelt zugleich, aber ich wurde akzeptiert und niemals gemobbt und fühlte mich zumindest in den oberen Klassen sehr wohl in der Schule.

Heute scheint es weniger Toleranz für von der Norm abweichende Lernbedürfnisse und alternative Beschäftigungen zu geben. Als Mutter von Svenka bekam ich immer wieder Beschwerden, wenn sie sich in ihrer Not eigene Aufgaben stellte.

Aber es gab auch positive Beispiele. Durch die Altersmischung in der Schuleingangsphase und das Engagement der Klassenlehrerin wurde in den ersten beiden Schuljahren viel unnötige Langeweile vermieden. Svenka durfte da schon Geschichten schreiben, Vorträge halten, und ihre Arbeiten von zu Hause wurden in der Klasse ausgestellt. So erfuhr sie die Wertschätzung, die jedes Kind braucht, und auf dieser Basis wuchs auch ihre Frustrationstoleranz bei Routineaufgaben und Wartezeiten. An Anpassung ist ja nichts falsch, solange sie nicht STÄNDIG verlangt wird.

Die Deutschlehrerin in Klasse 4 konnte Svenkas Quatschgeschichten, die sie aus den “Lernwörtern” schrieb, wertschätzen, und sie halfen schließlich auch den Mitschülern. Worüber man gelacht hat, das behält man bekanntlich am besten im Gedächtnis.

Der Englischlehrer in der 5. Klasse duldete es, dass sie lieber Harry Potter auf Englisch las und mit ihm über seine Katze parlierte, als Anfänger-“Vokabeln” von der Tafel abzuschreiben. Warum auch nicht?

Ich wünsche mir, dass immer mehr Lehrkräfte erkennen, dass ALLE Schüler Aufgaben brauchen, die knapp über ihrem Fähigkeitsniveau liegen, um lernen und sich gesund entwickeln zu können.

Fangen wir doch einmal bei uns selbst an: Auch wir Erwachsenen müssen MANCHMAL eine langweilige Veranstaltung über uns ergehen lassen. Wie verhalten wir uns da? Wie schnell zücken wir dann das Handy, oder wir gehen nach draußen “eine rauchen”, falls das erlaubt ist! Aber von manchen Kindern verlangen wir, JEDEN TAG mehrere Einheiten von 45 Minuten bei massiver Unterforderung, Langeweile und Desinteresse durchzustehen und genau das zu machen, was wir verlangen. Ich finde das höchst unfair.

Da, wo Differenzierung schwer fällt bzw. Lehrer mit administrativen Aufgaben überlastet sind und den Arbeitsaufwand für individuelle Aufgaben einfach nicht stemmen können, hilft es, den betreffenden Schülern mehr Eigeninitiative zuzutrauen und zu erlauben. Mein eigenes Beispiel und das von Svenka sollten das lediglich illustrieren und ein paar Ideen in den Raum stellen, die man auch heute noch umsetzen kann.

Hochbegabte Kinder, Exekutivfunktionen und ADHS

Als Eltern hochbegabter Kinder mit Passungsproblemen in Schule oder Kindergarten hören wir öfter Klagen von PädagogInnen über unsere Sprösslinge. Mitunter werden sogar ADHS-Diagnosen in den Raum gestellt, eine „Abklärung“ oder im Extremfall sogar gleich eine Medikamentengabe verlangt.

Auch zu Hause haben wir so manche Herausforderung, bei der die üblichen Erziehungstipps einfach nicht fruchten. Wie oft glauben wir, dass wir als Eltern einfach Versager sind? Wir fühlen uns nicht verstanden und finden einfach keine Unterstützung.

Wenn dir das bekannt vorkommt, dann lies bitte weiter.

Sind hochbegabte Kinder Chaoten?

Warum fällt es machen Kindern trotz hoher Intelligenz schwer,

  • ihre Hausaufgaben zu notieren?
  • ihre Sachen unter Kontrolle zu haben?
  • Handlungsabläufe zu planen und umzusetzen?
  • mehrteilige Anweisungen und Arbeitsschritte zu befolgen?
  • ihr Zimmer aufzuräumen?
  • im Unterricht still zu sitzen?
  • bestimmte Bedürfnisse aufzuschieben, bis eine notwendige Arbeit fertiggestellt ist?
  • mit Enttäuschungen, Planänderungen oder neuen sozialen Situationen umzugehen?

Der Grund dafür ist, dass es viele hochbegabte Kindern schwerer haben, Exekutivfunktionen zu entwickeln. Dabei geht es um kognitive Fertigkeiten, die dem Kind ermöglichen, die oben genannten Erwartungen zu erfüllen und ihr Verhalten selbst zu regulieren.

„Exekutiv“ heißt „ausführend“, das heißt diese Funktionen werden benötigt, um bestimmte Aufgaben erfolgreich erledigen zu können. Sind die Exekutivfunktionen unzureichend entwickelt, kann das Kind sich bemühen wie es will, aber die Aufgabe gelingt einfach nicht. Am Ende ist es frustriert und versteht nicht, wieso es ständig getadelt wird.

Eltern und Lehrkräfte versuchen es immer wieder vergeblich mit Erklärungen, gutem Zureden, Anschreien, Bestechung oder Strafen zu manipulieren und schieben sich dabei oft gegenseitig die Schuld für die scheinbar mangelnde Kooperationsbereitschaft des Kindes zu. Alle erzieherischen Maßnahmen, die bei „normalen“ Kindern funktionieren, laufen immer wieder ins Leere, und der Leidensdruck bei allen Beteiligten ist groß. Schnell stehen dann Diagnosen wie AD(H)S im Raum.

Was sind Exekutivfunktionen?

Wir unterscheiden 11 Exekutivfunktionen, davon betreffen 5 eher das Denken und 6 eher das Handeln.

Die Einteilung und die Anregung zu diesem Artikel habe ich dem folgenden Buch entnommen:

Ped Dawson / Richard Guare: SCHLAU, ABER…
Hogrefe 2016, ISBN 978-3-456-85680-3

Exekutivfunktionen des Denkens

  • Arbeitsgedächtnis (Informationen im Gedächtnis behalten, während man eine komplexe Aufgabe ausführt, dabei auf Vorerfahrungen zurückgreifen können)
  • Planen / Setzen von Prioritäten (zielgerichtet arbeiten und Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden)
  • Organisation (Ordnungssysteme schaffen und Dinge wiederfinden)
  • Zeitmanagement (Zeitbedarf für Aufgaben abschätzen und Fristen einhalten)
  • Metakognition (eigenes Denken und Verhalten distanziert betrachten und so Probleme lösen können) — hier sind hochbegabte junge Menschen meistens gut aufgestellt, und das hilft ihnen und uns, die Schwächen bei den übrigen Exekutivfunktionen aktiv anzugehen.

Exekutivfunktionen des Handelns

  • Reaktionshemmung (erst denken, dann handeln)
  • Emotionale Regulation (sich beherrschen können, um bestimmte Ziele zu erreichen)
  • Aufmerksamkeitssteuerung (bei einer Aufgabe bleiben können, auch wenn man müde, gelangweilt oder abgelenkt ist)
  • Initiieren von Handlungen (rechtzeitig mit Aufgaben anfangen)
  • Zielgerichtete Beharrlichkeit (Aufgaben zu Ende führen und sich nicht ablenken lassen)
  • Flexibilität (Pläne an veränderte Bedingungen anpassen können)

Exekutivfunktionen können abhängig von der Tagesform und den äußeren Bedingungen sein. Psychische Anspannung oder Ermüdung können einen sehr großen Einfluss haben.

Auch bei der IQ-Testung sind diese Faktoren von Bedeutung. Beim WISC-V ist das Arbeitsgedächtnis einer von fünf primären Indexwerten. Gibt es hier einen „Ausreißer“ nach unten, wird häufig auf ADHS geschlossen. Es kann dafür allerdings auch eine Menge andere Gründe geben.

Wie kann ein Defizit bei den Exekutivfunktionen entstehen?

Die wichtigste Phase für die Entwicklung der Exekutivfunktionen ist das 3.–7. Lebensjahr. In diese Zeit fallen üblicherweise Aktivitäten wie freies Spielen, Rollenspiele, erste Regelspiele, Bauen, Malen und Basteln. Die Interaktion unter Spielpartnern trägt besonders zur Ausprägung von Exekutivfunktionen bei.

Viele hochbegabte Kinder sind sehr „kopflastig“ und haben wenig Interesse an alterstypischen Beschäftigungen. Durch ihren kognitiven Entwicklungsvorsprung werden sie von Gleichaltrigen oft nicht verstanden und als „komisch“ wahrgenommen. In der Folge finden sie schwerer Spielpartner und können wichtige Entwicklungsprozesse nicht durchlaufen. Das ist ein Grund, weshalb für hochbegabte Kinder eine strenge Sortierung nach Jahrgängen wenig förderlich ist. Sie sollten nicht nur regelmäßig mit Gleichaltrigen interagieren dürfen, sondern mindestens genau so häufig mit gleich Befähigten und gleich Interessierten!

Weiterhin ist es wichtig zu bedenken, dass es hochbegabten Kindern auf Grund ihrer vernetzten und mehrdimensionalen Denkweise schwerer fällt, sich lineare Abläufe (z.B. mehrteilige Anweisungen) zu merken. Auch ihre eigenen Vorhaben und Pläne sind komplexer als die gleichaltriger Kinder, und die Exekutivfunktionen reichen häufig noch nicht aus, um die Pläne auch umzusetzen bzw. die Arbeit daran auch zu Ende zu führen. Hier brauchen sie viel mehr Training und behutsame Begleitung als durchschnittlich begabte Gleichaltrige.

Wie können wir hochbegabten Kindern helfen, ihre Exekutivfunktionen zu verbessern?

Hochbegabte Kinder sind sich ihres Mangels meistens sehr wohl bewusst, haben aber keine Angebote, um sich eigeninitiativ verbessern zu können, weil oft die Passung mit der Lernumgebung ungenügend ist. Von Vorteil ist es, wenn sich die Kinder an älteren Geschwistern oder Freunden orientieren können. Erzieherische Strenge oder ausgeklügelte pädagogische Maßnahmen sind dagegen häufig sogar kontraproduktiv, weil sie an den Bedürfnissen des Kindes vorbeigehen und dessen Unsicherheit und Minderwertigkeitsgefühle verstärken, statt die Motivation zu heben.

Zunächst einmal ist es wichtig, den Druck herauszunehmen und den Kindern Erfolgserlebnisse und Selbstwirksamkeitserfahrungen (ich strenge mich an und erreiche dadurch ein Ziel) zu ermöglichen.

Dazu ist es nötig, zunächst die Umgebung und die Aufgaben an das derzeitige Fähigkeitsniveau des Kindes anzupassen. Von dort ausgehend bespricht man mit dem Kind auf Augenhöhe die zu gehenden Schritte.

Bevor wir jedoch an den schwächeren Exekutivfunktionen „herumdoktern“, ist es wichtig, auch die stärker ausgeprägten Exekutivfunktionen zu identifizieren und mit dem Kind zu überlegen, wie es mit deren Hilfe seine Schwächen ausgleichen kann (z.B. Kind ist nicht sehr ausdauernd, kann aber gut planen, oder Kind hat Schwächen im Arbeitsgedächtnis, kann aber gut Ordnung halten).

Sei am besten einmal ehrlich zu dir und mache eine Bestandsaufnahme deiner Exekutivfunktionen. Dann siehst du, dass du auch nicht in allen gut bist und das mit deinen Stärken mehr oder weniger gut kompensierst.

Hochbegabung, Exekutivfunktionen und ADHS

Wenn tatsächlich ADHS-Symptome auftreten, dann sind immer gleichzeitig mehrere Exekutivfunktionen betroffen. Zentral sind dabei die Reaktionshemmung, die Aufmerksamkeitssteuerung und das Arbeitsgedächtnis. Können wir die Symptome sowohl in der Schule aus auch zu Hause und in der Freizeit über einen längeren Zeitraum beobachten, ist es an der Zeit, die Ursachen abzuklären.

Ursachen für ADHS-Symptome

Nachdem ADHS Ausdruck einer Überforderung der Anpassungsreserven (also des Gesamtsystems) ist, gibt es in der Regel mehrere Ursachen, und das macht die Suche so aufwändig. Eine ursächliche Behandlung ist jedoch in jedem Fall viel nachhaltiger und birgt weniger Risiken als eine Medikation (die natürlich zur Milderung des Leidensdruckes versucht werden kann, wenn andere Lösungen noch nicht zur Verfügung stehen).

Faktoren, die die Exekutivfunktionen beeinträchtigen bzw. das Auftreten von ADHS-Symptomen begünstigen, können unter anderem in den folgenden Bereichen zu suchen sein:

  • Seh- oder Hörprobleme
  • Wahrnehmungsstörungen
  • frühkindliche Reflexe
  • Entwicklungsrückstände und asynchrone Entwicklung
  • Umweltgifte
  • Allergien
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Ernährungsfehler
  • Bewegungsmangel
  • allgemeine Überreizung, z.B. durch Medien
  • familiäre Verstrickungen und Konflikte
  • Traumata
  • Passungsprobleme in der Schule

Hier gilt es, Belastungen schrittweise da abzubauen, wo es möglich ist, bis die Symptome beherrschbar werden und der Leidensdruck nicht mehr so stark empfunden wird. Es gibt da keine Patentlösungen. Hilfreich ist es immer, einen ganzheitlich und naturheilkundlich arbeitenden Kinderarzt aufzusuchen, der gut mit Fachleuten und TherapeutInnen aus verschiedenen Bereichen vernetzt ist.

Hochsensibilität als Verstärker

Bei vielen hochbegabten Kindern kommt eine ausgeprägte Hochsensibilität als erschwerender Faktor hinzu. Die Frage, ob Hochsensibilität hier als Ursache oder als Auswirkung zu sehen ist, ist noch Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen.

Wenn du dir bei dieser Thematik Austausch und Unterstützung wünschst, schreib mich gerne an.

Soll ich mein Kind auf Hochbegabung testen lassen?

Wie erkennt man eigentlich ein hochbegabtes Kind? Leider ist der schulische Erfolg kein zuverlässiger Indikator, denn unsere Schulen sind für fleißige und folgsame durchschnittlich Begabte ausgelegt. Um eine Hochbegabung sicher festzustellen, reicht auch ein IQ-Test nicht aus, wenn er nicht durch die Beobachtungen einer Fachperson ergänzt wird. Der bloße Status oder IQ-Wert bringt das Kind nicht weiter. Es geht vielmehr darum, den jungen Menschen mit all seinen Stärken zu sehen und seinem Potenzial zur Entfaltung zu verhelfen.

In dem Moment, wo ein Kind oder Jugendlicher bestimmte “Verdachtsmomente” auf Hochbegabung zeigt UND sich eine Fragestellung in Bezug auf seine Lernumgebung (z.B. Wahl der Schulform oder des Einschulungszeitpunktes) oder sein Verhalten (z.B. Schulverweigerung oder die Rolle des Außenseiters bzw. des Klassenkaspers) ergibt, ist es Zeit für eine Begabungsdiagnostik.

Typische Merkmale hochbegabter junger Menschen

Die folgende Auflistung ist keineswegs vollständig, und es müssen längst nicht alle Eigenschaften bei einem hochbegabten Kind oder Jugendlichen ausgeprägt sein. Je mehr von dieser Liste zutrifft, desto hilfreicher kann allerdings die Vorstellung bei einem Begabungsdiagnostiker sein.

  • außergewöhnliche Merkfähigkeit und schnelle Auffassungsgabe
  • umfangreiches Allgemeinwissen oder Spezialwissen
  • alters- und geschlechtsuntypische Interessen und Hobbys
  • schnelles, logisches, analytisches und divergentes Denken
  • korrekte, flüssige Sprache und großer Wortschatz
  • frühes bzw. eigenständiges Lesen, Schreiben, Rechnen und Benutzen digitaler Medien
  • intensive und außergewöhnlich detaillierte Beobachtung und Wahrnehmung der Umgebung
  • ausgeprägte Kreativität, Fantasie und Problemlösekompetenz
  • hohe Aktivität und Ausdauer, zumindest im Bereich der Spezialinteressen
  • große Neugier und Wissensdurst
  • wenig Motivation und Schusselfehler bei Fleiß- bzw. Routineaufgaben
  • ausgeprägter Gerechtigkeitssinn
  • Autonomiestreben und Hinterfragen von falschen Autoritäten und als sinnlos erlebten Regeln
  • Entwicklungsvorsprünge und Diskrepanz zwischen geistiger, körperlicher und sozial-emotionaler Entwicklung
  • hohe Sensibilität im sensorischen und emotionalen Bereich

Wo und bei wem lasse ich testen?

Nachdem Hochbegabung keine Krankheit ist, geht man dafür nicht zum Arzt oder ins SPZ, sondern zu Psychologen oder Begabungspädagogen, die sich auf hochbegabte junge Menschen spezialisiert haben. Nur sie können das Verhalten ihrer Testpersonen richtig bewerten und z.B. Desinteresse an zu einfachen Aufgaben von Nicht-Können sicher unterscheiden. IQ-Tests, die im Medizinbetrieb zum Ausschluss von ADHS oder zur Diagnostik von Teilleistungsstörungen durchgeführt werden, fallen häufig deutlich zu niedrig aus, auch weil die Testatmosphäre oft nicht ideal ist (das Kind ist müde, kennt den Tester nicht usw.).

Ein solches Testergebnis verhindert unter Umständen, dass junge Menschen als hochbegabt erkannt und entsprechend gefördert werden. Die Schwierigkeiten, die zur Testung geführt haben, werden in vielen Fällen dadurch verstärkt. Nachdem man IQ-Tests nicht einfach wiederholen kann, geht so wertvolle Zeit verloren und das Selbstbild des Kindes kann immensen Schaden erleiden.

Um diese Problematik zu verstehen, musst du wissen, dass Hochbegabung kein Mehr oder Besser ist, sondern eine viel komplexere, mehrdimensionale Art des Denkens und eine intensivere Wahrnehmung. Dieses qualitative Phänomen kann mit einem standardisierten Test, der am Ende Zahlen auswirft, nur unzureichend beschrieben werden. Somit gehört immer ein tiefes Verständnis für das Wesen der Hochbegabung dazu, welches nicht jeder hat, der berechtigt ist, IQ-Tests durchzuführen. Entscheidend ist immer auch die Fragestellung, unter der der Test durchgeführt wird. Für die Diagnostik von ADHS oder Lernstörungen ist eine mögliche Hochbegabung schlichtweg nicht relevant, und so wird der Tester sie nur dann bemerken, wenn entweder zufällig günstige Testbedingungen herrschen oder er sich damit auskennt.

Am besten gleich zum Begabungsdiagnostiker

Geht man zu einem erfahrenen Begabungsspezialisten, ist die IQ-Testung in einen Coaching- und Beratungsprozess eingebunden. Am Ende hast du ein ausführliches Gutachten mit konkreten Förderhinweisen für Schule oder Kindergarten in der Hand, das dir die gesamte Schullaufbahn deines Kindes zur Verfügung steht.

Leider musst du dafür selbst bezahlen, aber die durchschnittlichen Kosten von ca. 400 Euro für die Testung sind gut angelegtes Geld, denn sie ersparen oft kostspielige Therapien oder Nachhilfe. Zudem ist ein fundiertes Testgutachten immer hilfreich bei anstehenden Entscheidungen über den weiteren Bildungsweg, und es kann die Situation für die betreffenden jungen Menschen und ihre gesamte Familie spürbar erleichtern.

Falls du das Geld für die Begabungsdiagnostik nicht aufbringen kannst, findest du unter Umständen eine kostenfreie oder preiswertere Testmöglichkeit beim zuständigen Schulpsychologen oder indem du dich an eine Universität wendest, die Begabungsforschung betreibt. Bei ersterem bekommst du allerdings oft nichts Schriftliches in die Hand und stehst bei der nächsten Entscheidung oder nach einem Umzug in einen anderen Schulamtsbezirk wieder ohne etwas da.

Erst beraten lassen, dann testen!

Wenn du nicht weißt, ob du dein Kind testen lassen sollst und wenn ja bei wem, dann frage bei der nächstgelegenen Ortsgruppe der Deutschen Gesellschaft für das hochbegabte Kind (DGhK) nach. Dort findest du erfahrene Eltern hochbegabter Kinder aus deiner Region.

Natürlich kann auch ich dich beraten und dir für viele Regionen im deutschsprachigen Raum kompetente Adressen nennen. Schreibe mich einfach an!

Das Erklärbär-Syndrom

Hast du ein hochbegabtes oder einfach nur pfiffiges und wissbegieriges Kind zu Hause? Dann kennst du das vielleicht auch. Dein Kind ist dir gefühlt ständig auf den Fersen, beobachtet, was du machst und hängt an deinen Lippen. Und das fängt schon im Babyalter an. Dieser forschende Blick fordert dich ständig auf, dem kleinen Entdecker Input zu geben.

Zum Glück kam das für mich als Mutter nicht gerade überraschend, denn ich war wohl selbst so ein Kind. Dadurch wusste ich auch sofort, was ich zu tun hatte, damit mich die ewige Fragerei nicht um meine Nerven brachte.

Mein Papa hatte nämlich eine Strategie entwickelt, die mir als kleinem Mädchen ausnehmend gut gefiel: Wo er auch hinging, egal ob er einem Kumpel auf dem Bau half, mit dem Motorroller einkaufen fuhr, den Garten umgrub, tapezierte oder ein Pferd beschlug – überall schleppte er mich mit hin. Unaufhörlich redete er ruhig vor sich hin und kommentierte, was er gerade machte. So wusste ich schon früh, wie man eine Sense schärft, konnte alle Pflanzen im Garten unterscheiden und meine Schuhe selber putzen. Mein Papa war mein wertvollster Lehrer, und ich bin dankbar, dass ich ihn immer noch habe.

So wusste ich gleich, wie ich meine kleine Svenka glücklich machen und dabei selbst entspannt bleiben konnte. Auch sie saugte das Wissen auf wie ein Schwamm. Bei uns verging kein Tag, ohne dass wir mehrere Bücher angeschaut bzw. vorgelesen haben. Aber noch wertvoller war das praktische Tun. Mit drei Jahren hat Svenka schon Kartoffeln für die Suppe kleingeschnitten und Plätzchen ausgestochen. In der Küche und im Garten hat sie ohne weiteres Zutun von mir sämtliche Grundschulmathematik gelernt.

Ich habe wie mein Papa immer ruhig vor mich hin geredet und kommentiert, was ich tue, manchmal auch erklärt, warum ich es so und nicht anders mache, sonst nichts.

Als Svenka 10 Jahre alt war, zogen wir zu ihrem Papa nach Berlin, und dort hatte sie endlich Freunde. Einmal war ein Mädchen zu Besuch, und wir kochten gemeinsam. Svenka holte kurz etwas, und ich redete mit dem fremden Kind genauso wie mit meinem eigenen. Da fragte das Mädchen: “Warum erklärst du mir das, bist du der Erklärbär?”

Erst da wurde mir wieder bewusst, dass Svenka und ich doch besondere Bedürfnisse hatten.

Stell dir vor, ich habe bis heute noch das Erklärbär-Syndrom, und ich erinnere mich, dass auch mein Papa es noch hatte, als ich längst erwachsen war. Svenka ist mittlerweile manchmal genervt von meinem Gelabere, aber Gewohnheiten können schon ziemlich hartnäckig sein.

Wie gehst du mit dem Wissensdurst deines Kindes um? Hast du genug Zeit und Muße, ihm den gewünschten Input zu geben? Wie beziehst du es in deinen Alltag ein? Falls das für dich herausfordernd ist, kontaktiere mich gern, und wir finden gemeinsam eine Lösung.

Unterforderung bei hochbegabten Schulanfängern

Viele als hochbegabt erkannte oder einfach clevere Kinder werden vorzeitig eingeschult, aber längst nicht alle. Ein Schulbeginn bereits mit 5 Jahren birgt auch keine Garantie, dass es nicht zu einer Unterforderung kommt. Nachdem intelligente Kinder schneller und selbstständiger lernen als Gleichaltrige, wird der Punkt in jedem Fall während der Grundschulzeit erreicht, oftmals schon in den ersten Schultagen oder -wochen. Sehr oft wird man erst dadurch überhaupt auf eine mögliche Hochbegabung des Kindes aufmerksam.

Alle Kinder brauchen Aufgaben, an denen sie wachsen können!

Kinder brauchen um sich gesund entwickeln zu können Selbstwirksamkeitserfahrungen. Das heißt sie müssen einen Zusammenhang zwischen ihrem Bemühen und ihren Lernfortschritten bzw. ihrem Erfolg wahrnehmen können. Dafür brauchen sie Aufgaben, die geringfügig über ihrem Fähigkeitsniveau liegen. Schüler, die bereits mehr wissen und können als ihre Klassenkameraden, bekommen oft keine solchen Aufgaben und können daher nur schwer eine Leistungsmotivation entwickeln.

Deshalb ist die mangelnde Förderung hochbegabter Kinder an unseren Schulen, vor allem den Grundschulen, alles andere als ein Luxusproblem! Dauerhafte Unterforderung kann nicht nur Minderleistung (Underachievment) zur Folge haben, sondern auch zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen. Darüber schreibe ich ein andermal ausführlich.

Enttäuschung schon in den ersten Schulwochen

Heute soll es einmal um die typischen ersten Anzeichen der Unterforderung im ersten Schuljahr gehen und darum, was man dagegen tun kann. Diese Chatnachricht meiner Klientin Elvira (Name geändert) vom September 2021 ist eine von vielen, die mich zum Thema Unterforderung in der Grundschule erreichte:

“Mein Sohn Julian wurde vor zwei Wochen eingeschult. Er hat sich sehr darauf gefreut, aber schon am dritten Tag beklagte er sich, dass ihn der Babykram dort nicht interessiert. Schon die erste Hausaufgabe geriet zu einem Machtkampf. Was kann ich tun?”

Meine Antwort möchte ich an dieser Stelle natürlich ebenfalls mit dir teilen: ” Liebe Elvira, falls du schon länger beobachtest, dass dein Sohn sehr schnell lernt, sich für altersuntypische Themen interessiert und geistig auf vielen Gebieten weiter entwickelt ist als gleichaltrige Kinder, dann beschäftige dich einmal mit dem Thema Hochbegabung. Dazu schicke ich dir gern Infomaterial, Link- und Buchtipps und berate und begleite dich und dein Kind individuell.

Davon unabhängig kannst du sofort einiges tun, um die akute Unlust abzumildern. Zunächst einmal: In jedem Schulgesetz steht, dass Kinder entsprechend ihrer Begabung gefördert werden müssen. Das heißt, Lehrkräfte sind verpflichtet, zu differenzieren. Leider sind wir durch Defizite in der Lehrerausbildung, den verbreiteten Lehrermangel, Corona und andere Widrigkeiten weit von diesem Anspruch entfernt.

Dauerhafte Unterforderung ist nicht hinnehmbar!

Dauerhafte Unterforderung kann die Lernfreude und Motivation deines Kindes zerstören und im Extremfall sogar psychische Erkrankungen und psychosomatische Beschwerden zur Folge haben! Betroffene Kinder fallen häufig in der Klasse auf und werden am Ende ausgegrenzt und gemobbt. Du solltest deshalb für dein Kind angemessene Aufgaben einfordern, allerdings auch deinen Teil dazu beitragen.

Wenige Tage oder Wochen nach der Einschulung kannst du noch nicht erwarten, dass die Lehrkraft sich ein genaues Bild vom Leistungsstand, den Interessen und der Motivation eines jeden Kindes gemacht hat. Deshalb biete deine Unterstützung an.

Förderung im Familienalltag

Nimm deine Verantwortung für die Bildung deines Kindes wahr und schaffe zu Hause ein anregendes Lernumfeld. Beobachte, wofür Julian sich interessiert, greife seine Impulse auf und beantworte seine Fragen. Stelle ihm möglichst jeden Tag praktische Aufgaben, an denen er wachsen kann und zeige, dass du sein Bemühen wertschätzt.

Sucht Berührungspunkte zu dem, was Julian in der Schule lernen soll. Dabei entstehen ganz sicher Arbeitsproben, die er mit zur Schule nehmen und der Lehrerin zeigen kann. Du kannst einen Zettel dazulegen, wo du kurz beschreibst, wie die Arbeit entstanden ist. So erhält die Lehrerin mehr Einblick in das, was Julian schon kann, und wie sie ihn begeistern kann. Er kann auch seine Lieblingsbücher, Bastelarbeiten und andere Dinge in der Schule zeigen. Damit motivierst du gleichzeitig deinen Sohn und lenkst die Aufmerksamkeit der Lehrkraft auf seine Stärken.

Meine Tochter hat sich zum Beispiel allerlei Flugapparate ausgedacht, sie gezeichnet und beschrieben. Dann hat sie Protokoll über das Geschehen am Vogelhaus geführt und Steckbriefe von über 30 Vogelarten gezeichnet und geschrieben. Sie hatte eine wunderbare Klassenlehrerin, die solche Arbeiten von Kindern immer gewürdigt und im Klassenraum ausgestellt hat.

Differenzierung im Unterricht ist ein Muss!

Wenn eure Lehrerin erfahren ist im Umgang mit klugen Kindern, wird sie ähnlich reagieren, für diese Unterstützung deinerseits dankbar sein und Julian angemessene Aufgaben geben. Er könnte z.B. Sudoku spielen statt Zahlen in Reihen zu schreiben oder ein Geschichtenheft anlegen statt Wörter abzuschreiben. Oder er darf einmal vor der Klasse seine Lieblingsgeschichte vorlesen. Oder er bekommt schon Arbeitsblätter der 2. Klasse. Es gibt da sehr viele Möglichkeiten.

Meine Tochter betraf dieses Problem auch. Sie hatte das oben erwähnte Geschichtenheft. In Mathe durfte sie gleich in Klasse 2 einsteigen, brauchte aber nicht alle Aufgaben zu schaffen. Zusätzlich gab es Knobelaufgaben. In Sachkunde hat sie sogar mit Vorträgen ganze Unterrichtsstunden gestaltet! Dazu habe ich ihr Fotos zum Präsentieren, Anschauungs- und Bastelmaterial für alle mitgegeben.

Wenn dein Kind jenseits der Norm liegt, bist du immer als MaPa besonders gefragt, die Lehrkräfte zu unterstützen! Natürlich solltest du auch mit deinem Kind über seine besonderen Lernbedürfnisse sprechen, ihm erklären, dass diese völlig in Ordnung, aber nicht immer überall und sofort erfüllbar sind. Besonders begabte Kinder müssen auch lernen, mit Gleichaltrigen, die nicht so fix sind, respektvoll umzugehen. Dafür sollten wir als Eltern sie sensibilisieren.

Hausaufgaben sollten individuell gestellt werden!

Was die Hausaufgaben betrifft, empfehle ich dir, im Gespräch mit Julian die Aufgaben etwas abzuwandeln, so dass sie für ihn interessanter werden. Vielleicht könnt ihr sie schwieriger machen, als Spiel oder Wettbewerb gestalten oder mit seinen Hobbys verknüpfen. Meine Tochter sollte einmal dreistellige Zahlen aus einem Text in eine Tabelle abschreiben und hat das verweigert. Da kam sie selbst darauf, alle ihre Modellautos zu vermessen, zu wiegen und ihnen einen “Ausweis” zu verpassen.

Nicht alle Lehrkräfte tolerieren so viel Eigensinn, und manchmal sind die Hausaufgaben auch Grundlage zum Weiterarbeiten am nächsten Tag. Wenn du nicht sicher bist und die Möglichkeit hast, schreib die Lehrerin kurz über WhatsApp o.ä. an.

Lass auf keinen Fall zu, dass die Hausaufgaben eure Beziehung oder gar das ganze Familienleben belasten! Wesentlich mehr als 30 Minuten sollten sie in den ersten beiden Schuljahren auf keinen Fall beanspruchen! Wenn diese Zeit verstrichen ist und die Aufgaben nicht fertig sind, schreibst du einen Hinweis für die Lehrerin darunter.

Im Gespräch mit der Schule bleiben

Solltest du trotz aller Bemühungen nach 3-4 Wochen keine Veränderung bemerken, ist es Zeit, das Gespräch mit der Lehrkraft zu suchen. Mach dir im Vorfeld Notizen, damit du in der Aufregung nichts vergisst anzusprechen. Nimm am besten noch eine weitere Bezugsperson deines Kindes mit zum Gespräch. Ansonsten stehe ich dir für die Vorbereitung gern zur Verfügung und begleite dich auch zur Schule, wenn du das wünschst, bzw. ich kann mich über Zoom dazuschalten.

Falls sich danach nichts ändert, wende dich an die Schulleitung und notfalls als nächste Instanz an das Schulamt. Falls Julian in der Mehrzahl der Fächer unterfordert ist, könnte eventuell ein Sprung in Klasse 2 in Frage kommen. Es gibt auch die Möglichkeit, in einzelnen Fächern in eine höhere Klasse zu gehen (Drehtürmodell).

Berufe dich immer auf das Schulgesetz deines Bundeslandes und verweise auf deine bisherigen Bemühungen. Dazu solltest du dir am besten immer gleich alles notieren, was du tust, um Julian zu unterstützen, und wie die Reaktion darauf war. Lege dir dafür am besten ein Notizbuch an, in das du auch alle besonderen Vorkommnisse im Zusammenhang mit der Schule und deine Notizen zu Elterngesprächen schreibst.

Coaching und Beratung führen schneller zu einer Lösung!

So, liebe Elvira, ich denke, ich habe dir einige Anregungen gegeben. Du kannst dich gern zu einem persönlichen Gespräch bei mir melden, wenn du mehr Unterstützung und z.B. Materialempfehlungen möchtest, die speziell auf Julian zugeschnitten sind. Ich wünsche dir ganz viel Erfolg und Julian viel Spaß in der Schule und beim Lernen!”

Findest du dich mit deinem Kind in einer ähnlichen Situation wieder und hast weitere Fragen? Gern berate und begleite ich euch persönlich, auch im Dialog mit der Schule. Das Kennenlerngespräch ist kostenlos, also schreib mir gleich eine Mail oder kontaktiere mich über WhatsApp, Facebook oder Instagram. In dringenden Fällen kannst du mich auch anrufen.